Bus mit Wasserstoffantrieb auch bald bei den Stadtwerken?

(vom 29.01.2020)

Sauber, sicher und komfortabel durch die Stadt

Das versprechen 15 neue Busse für Aschaffenburg. Bereits fünf Euro 2-Busse wurden im vergangenen Jahr gegen Diesel-Hybridbusse der Abgasnorm Euro 6 ausgetauscht. Für 2020 stehen zwei Busse mit emissionsfreiem Wasserstoff-Antrieb und acht Hybridbusse auf der Einkaufsliste der Stadtwerke. Zudem werden jetzt 10 der 14 Euro 5-Dieselbusse mit einer speziellen Abgasreinigung nachgerüstet.

 

Mit den acht neuen Hybrid- und zwei Brennstoffzellenbussen erfüllen 47 der 51 Stadtwerkebusse mindestens die Abgasnorm Euro 6. Euro 2 und 3-Busse gehören dann in der Stadtwerkflotte der Vergangenheit an. Die Emissionswerte reduzieren sich noch einmal deutlich. Die Stickstoff-Dioxidbelastung wird im gesamten Stadtgebiet unter dem zulässigen Grenzwert liegen.

Insgesamt vier Millionen Euro investieren die Stadtwerke in die neuen Busse, die Nachrüstung der Euro 5-Busse schlagen zusätzlich mit 190.000 Euro zu Buche. Sowohl für den Neukauf als auch für die Nachrüstung – hier aus dem „Sofortprogramm Saubere Luft“ – wurden bereits Anträge auf Fördermittel gestellt. Die Stadtwerke erhoffen sich dadurch eine Entlastung von insgesamt mindestens 600.000 Euro.

Energie gewinnen, Schadstoffe einsparen

Ganz bewusst haben sich die Stadtwerke bei den neuen Dieselfahrzeugen – drei Solo- und fünf Gelenkbusse – für die noch schadstoffärmere Hybridvariante entschieden. Aus dem Bremsvorgang wird hier neue Energie gewonnen, mit der wiederum der Elektroantrieb im Bus zusätzlich gespeist werden kann. Das macht pro 100 Kilometer eine Ersparnis von bis 4 Litern Diesel aus.

Zusätzlich werden mit der geplanten Abgasreinigungs-Nachrüstung der Euro 5-Fahrzeuge die Partikelemissionen um über 99 Prozent, die Stickstoffdioxide um mindestens 95 Prozent und die Stickoxide um mindestens 85 Prozent reduziert. Vier Busse der Stadtwerkflotte lassen sich leider nicht umrüsten.

Brennstoffzellenbus von der Firma van Hool
So sieht einer der Wasserstoffbusse aus, der bei der RVK in Rhein-Erft und Rhein-Berg unterwegs ist

Brennstoffzelle als Antrieb

Brennstoffzellen- oder auch Wasserstoff-Busse genannt sind Fahrzeuge mit Elektroantrieb, bei denen durch eine Brennstoffzelle elektrische Energie aus Wasserstoff erzeugt wird. Für die beiden mit Wasserstoff angetriebenen Busse werden die Stadtwerke zunächst den notwendigen Wasserstoff einkaufen. Ziel ist es jedoch, grünen Wasserstoff als Energieträger selbst herzustellen. Ob die Trinkwasseraufbereitung, die Energieversorgung im neuen Baugebiet Anwandeweg oder die Versorgung mit Wasserstoff für den Produktionsbetrieb bei Linde Material Handling: Schon heute ist Aschaffenburg „ganz weit vorne“, wenn es um innovative Energiekonzepte mit Wasserstoff geht. Mit viel Know-how, einer ganzen Reihe geplanter und bereits realisierter Projekte und jeder Menge innovativer Ideen verfügen die Stadtwerke hier über eine große Expertise.

Für noch mehr Möglichkeiten und um die Position Aschaffenburgs als führende Wasserstoffregion in Deutschland weiter auszubauen, haben sich die Stadtwerke am Wettbewerb „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“ beteiligt und entsprechende Förderanträge an das Bayerische Wirtschaftsministerium und an die Europäische Kommission gerichtet.

An die Fahrgäste gedacht

Natürlich liegt in Zeiten von Klimawandel, Energiewende & Co. das Hauptaugenmerk auf sparsamen, schadstoffarmen, wenn möglich emissionsfreien Antrieben. Doch auch sicher im Verkehr und komfortabel für die Fahrgäste sollen die Busse sein. Mit den zehn neuen Bussen verfügen alle 51 Stadtwerke-Busse über Niederflurtechnik und Klapprampen und sind so barrierefrei zugänglich. Mit der Neubeschaffung sind dann alle Busse klimatisiert. Und auch die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer haben die Stadtwerke im Blick: Die im vergangenen Jahr angeschafften Busse sind mit Brems- und Abbiege-Assistenten ausgestattet.

Stärkung des Nahverkehrs

Im Dezember 2018 ging es an den Start – das Null-Euro-Ticket an Samstagen. Nicht nur, dass Aschaffenburg damit überregional für große Aufmerksamkeit sorgte, es hat auch sein Ziel, nämlich mehr Menschen in die Busse zu bringen, erreicht. Nach einem Jahr Laufzeit steht fest: Um gut 20 Prozent sind die Fahrgastzahlen an den Samstagen gestiegen. Auch wenn die Auslastung der Parkhäuser und Tiefgaragen an diesen Tagen nicht wesentlich zurückgegangen sind, scheint – Beobachtungen zufolge – der Park-Suchverkehr abgenommen zu haben.

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