Recyclinghof

(vom 14.08.2019)

Sehr gute Perspektiven - Arbeiten für die Umwelt!

Müll war gestern. Heute geht es um die Zukunft. Genauer gesagt, um die zukünftige Entsorgung unserer Abfälle, deren Trennung, Recycling, Entsorgung und vieles mehr. Eine wichtige Rolle spielen dabei all diejenigen, die hier Hand anlegen. Viele Kinder sind fasziniert vom Müllauto, das regelmäßig kommt, um unsere Mülltonnen zu entleeren. Oder sie träumen davon, selbst einmal eine große Kehrmaschine zu fahren. Ob es dabei bleibt? Für Pius Rink auf alle Fälle. Er macht bei den Stadtwerken eine Ausbildung zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Wir haben bei Pius nachgefragt, was er alles in seiner Ausbildung lernt.

Hallo Pius, Du bist bald im 3. Ausbildungsjahr zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Wie bist Du auf diesen Ausbildungsberuf aufmerksam geworden?

Eigentlich wollte ich zunächst einen Bauberuf ergreifen. Mich faszinieren vor allem große Maschinen. Mein Vater hat mich dann auch auf den Beruf der Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft aufmerksam gemacht, der unglaublich breit gefächert ist. Das reicht von chemischen Analysen über technische Aufgaben sowie Logistik und Disposition bis hin zur Kundenberatung und natürlich allem, was mit der Entsorgung, Trennung und Wiederverwertung von Abfällen zu tun hat. Nach einem Praktikum hier in den Entsorgungsbetrieben der Stadtwerke stand meine Entscheidung fest.

Warum gerade die Stadtwerke?

Ja, ich hätte auch woanders hingehen können. Hier hat es mir aber gut gefallen und die Möglichkeiten in ganz verschiedene Bereiche reinzuschnuppern sind hier sehr groß.

Liegt Dir der Umweltschutz besonders am Herzen?

Auf alle Fälle. So beantworte ich nicht nur bei der Arbeit Fragen zur Mülltrennung oder Wiederverwertung, auch im privaten Bereich achte ich sehr darauf. Denn vieles von dem, was wir heute wegwerfen, kann recycelt werden. Rund 600 kg Müll produziert jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Das ist eine ganze Menge.

Läufst Du heute mit einem anderen Blick durch die Stadt?

Klar! Wenn ich sehe, dass jemand einfach etwas auf die Straße wirft oder, was auch schon vorgekommen ist, ein altes Sofa abstellt, dann spreche ich ihn an. Gegebenenfalls habe ich auch schon mal meinen Dienstausweis gezeigt und erklärt, dass ich weiß, wovon ich spreche. Ich gehe sehr viel bewusster durch die Stadt und wenn mir auffällt, dass etwas kaputt ist, dann gebe ich mal im Meisterbüro Bescheid.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung?

Es wird mindestens ein Mittelschulabschluss gefordert. Wichtig ist, dass man von Anfang an, gerade im 1. Lehrjahr dranbleibt. Denn das, was wir in Chemie und Biologie lernen, zieht sich durch die ganze Ausbildung. Vieles baut darauf auf. Insgesamt dauert die Ausbildung drei Jahre. Und wenn man mal etwas nicht verstanden hat, geht man am besten gleich zum Ausbilder oder zu einem Azubi in einem höheren Lehrjahr. Wir werden dann auch mal zwei bis drei Stunden freigestellt, um sich zusammenzusetzen und das Nichtverstandene aufzuarbeiten.

Was sind die Ausbildungsinhalte? Was lernst Du?

Wir lernen wie die Abfälle korrekt sortiert, entsorgt und ggf. wiederverwertet werden. Zu unserer Ausbildung gehört aber auch, die technischen Anlagen und Maschinen für die Abfallverwertung, -behandlung sowie -beseitigung zu bedienen, zu überwachen, zu warten und zu reparieren sowie die verschiedenen Werk- und Gefahrstoffe zu kennen, Proben von Gefahrenstoffen zu entnehmen und sie zu analysieren. Wir lernen Kunden z. B. in allen Fragen der Abfalltrennung zu beraten, denn es ist ja wichtig, dass keine Schadstoffe in die Natur geraten, oder wie man die Entsorgungsfahrzeuge mit ihren Teams und die jeweiligen Touren am besten disponiert.

Wo hast Du Berufsschule?

Unsere Berufsschule ist in Lauingen an der Donau. Wir haben Blockunterricht, das heißt, wir sind meist zwischen ein bis zwei Wochen am Stück dort. Einmal waren es auch vier Wochen. Am Wochenende sind wir aber Zuhause.

Und wie sieht die Ausbildung bei den Stadtwerken aus?

Die Ausbildung ist sehr vielseitig. Ich komme in die verschiedensten Bereiche für mein Ausbildungsgebiet, ob bei der Müllabfuhr, der Straßenreinigung oder bei der Müllverbrennung, lerne aber auch das Kompostierwerk, das Labor im Wasserwerk oder das Gemeinschaftskraftwerk in Schweinfurt kennen. Natürlich muss man auch mal aushelfen oder länger in einem Bereich bleiben, wenn Not am Mann ist. Zusätzlich zu unserem Ausbildungsbereich dürfen wir in alle Betriebe der Stadtwerke mal reinschnuppern, also auch in die Energieversorgung oder in den Bäderbetrieb. So lernen wir, was die Kollegen aus den anderen Bereichen beschäftigt und umgekehrt.

Was sind Deine Pläne für die Zukunft?

Mein Ziel ist die Straßenreinigung. Nach der Ausbildung möchte ich eine Weiterbildung machen, um die großen Kehrmaschinen fahren zu dürfen und später dann vielleicht für diesen Bereich als Vorarbeiter zu arbeiten. Die Technik der großen Maschinen begeistert mich einfach.

Was würdest du einem neuen Azubi raten, der Fachkraft für Abfall- und Kreislaufwirtschaft werden möchte?

Wichtig ist es, gleich von Anfang an dran zu bleiben und mit dem Lernstoff immer auf dem Laufenden zu sein. Man muss sich bewusst sein, dass man immer in Orange herumläuft und eben mit Müll zu tun hat, sich nicht davor ekelt. Doch das Aufgabenfeld ist sehr breit, bietet viele Möglichkeiten und … die Perspektiven sind sehr gut, denn Müll gibt es immer.

Vielen Dank Pius für das Gespräch und viel Erfolg für Dein 3. und letztes Lehrjahr.

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