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(vom 17.11.2020)

Die grüne Energie der Zukunft: regionales Wasserstoffkonzept für den Bayerischen Untermain

Energie oder schädliche Treibhausgase: Wasserstoff (chemisch: H2) wird in der künftigen Energieversorgung und in der Industrie von morgen eine bedeutende Rolle spielen. Das unterstreicht auch die im Juni 2020 heraus gegebene nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung und des Freistaates Bayern. Grund genug für die Stadtwerke Aschaffenburg einen regionalen Workshop zu organisieren in welchem ein Konzept für eine regionale Wasserstoffstrategie ausgearbeitet werden sollte.

Am 6.11.2020 trafen sich, moderiert von Dieter Gerlach, Leiter der Stadtwerke Aschaffenburg, der Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg Jürgen Herzing, der Landrat des Landkreises Miltenberg, Jens Marco Scherf, Bürgermeister Jürgen Reinhard als Vertreter aller Bürgermeister im Landkreis Miltenberg, Klimaschutzmanager Andreas Hoos für den Landkreis Aschaffenburg sowie namhafte Vertreter der regionalen Wirtschaft, namentlich die Firma Linde Material Handling, die Firma Suffel GmbH & Co. KG, die Firma Greenerity GmbH Alzenau und die Firma Mainsite (Betreibergesellschaft des Industrie Centers Obernburg – ICO), um sich über das Handlungsfeld Wasserstoff auszutauschen. An diesem Workshop referierten Vertreter von Bundes- und Landeseinrichtungen, die Now GmbH stellte die Strategie des Bundes vor, das Land Bayern wurde vertreten durch das Zentrum Wasserstoff Bayern und der Bayern Innovativ GmbH, das Land Hessen war vertreten durch die Landes Energieagentur Hessen.

Ziel des Workshops war die Priorisierung von strategischen Ansätzen für ein regionales Wasserstoffkonzept. Im Ergebnis wurde folgendes festgelegt:

– Die Region Bayerischer Untermain soll sich im Schulterschluss mit der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main primär zu einer Modellregion für Wasserstofflogistik entwickeln. Logistik bedeutet hierbei primär die Themen Transport, Verdichtung, Lagerung und Verteilung von Wasserstoff zu organisieren, da in der Region kein Überschuss an produzierter Erneuerbarer Energie besteht. Als erste konkrete Infrastrukturmaßnahme wurde die Absicht bekräftigt, mithilfe von staatlichen Fördermitteln den Bau von drei Tankstellen, jeweils eine bei den Stadtwerken Aschaffenburg in der Stadt Aschaffenburg, eine bei der Fa. Mainsite im Landkreis Miltenberg und eine im Landkreis Aschaffenburg zu realisieren.

– Ein zweiter Schwerpunkt soll die Intensivierung und der Ausbau von Produktionskapazitäten rund um Bauteile, die für eine zukünftige Wasserstoffwirtschaft erforderlich sind, bilden. In der Region Bayerischer Untermain und in den angrenzenden Regionen sind bereits einige Firmen angesiedelt, die Komponenten, welche weltweit im Rahmen der Nutzung von Wasserstoff in Brennstoffzellen, der Erzeugung, Lagerung und Logistik von Wasserstoff benötigt werden produzieren oder entwickeln. Um mehr Wertschöpfung in der Wasserstofftechnologie in der Region zu halten, ist es wichtig diese Firmen bei dem Ausbau ihrer Produktionskapazitäten und im Bereich Forschung und Entwicklung massiv zu unterstützen.

– Die Bewerbung um Fördermittel, möglichst gemeinsam mit anderen Akteuren in der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main soll dazu führen, dass baldmöglichst einige Leuchtturmprojekte (zum Beispiel innovative Verfahren zur Wasserstoffherstellung) auch in der Region realisiert werden können.

Von allen Beteiligten wurde nochmals deutlich gemacht, dass zur Entwicklung einer Wasserstoff -wirtschaft, aber insbesondere auch um die Wertschöpfung für die technischen Komponenten in der Wasserstofftechnik auszubauen eine Zusammenarbeit über Ländergrenzen, insbesondere mit dem Fokus Rhein-Main unerlässlich ist.

Die derzeit bereits zum Einsatz kommenden oder in der Planung befindlichen technischen Lösungen sind vielfältig: Wasserstoff wird derzeit in der Trinkwasseraufbereitung benötigt, Wasserstoff wird im emissionsfreien Antrieb von Flurförder- oder anderen Nutzfahrzeugen mit Brennstoffzellen eingesetzt, Wasserstoff soll zukünftig zu einem emissionsfreien Betrieb der Stadtbusse beitragen, hat auch Potentiale für den ÖPNV in den Landkreisen und ist ein Kernelement einer innovativen Energieversorgung für das Neubaugebiet Anwandeweg in Aschaffenburg.

Der nächste konkrete Schritt soll die Initiierung eines Interessensverbandes Regionale Wertschöpfung in der Wasserstoffwirtschaft am bayerischen Untermain sein, der die Interessen aller Akteure in der Region bündelt und in ihrer Entwicklung voranbringt.

Bild von links nach rechts: Stefan Prokosch (Leiter Produktmanagement Gegengewichtsstapler, Linde Material Handling GmbH), Dieter Gerlach (Werkleiter / Geschäftsführer Unternehmensverbund Stadtwerke), Alfred Rücker (Leiter Technik, Fa. Suffel GmbH & Co. KG) Jürgen Herzing (Oberbürgermeister, Stadt Aschaffenburg) Jürgen Reinhard (Vertreter aller Bürgermeister im Landkreis Miltenberg), Oliver Eich (Landes Energieagentur Hessen), Simone Lang (Bayern Innovativ GmbH), Tilmann Wilhelm (Now GmbH), Andreas Hoos (Klimaschutzmanager, Landkreis Aschaffenburg), Jens Marco Scherf (Landrat des Landkreises Miltenberg), Dr. Jörg Beugholt (Geschäftsführer, Fa. Mainsite)
auf dem Bild fehlen: Marc Gasper (Geschäftsführer, ZENTEC GmbH) und Philipp Runge (Zentrum Wasserstoff Bayern)
Hintergrund: drei Brennstoffzellenfahrzeuge


Die grüne Energie der Zukunft
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