Bild

Alles aus einer Hand.
Immer vor Ort. Ihre Stadtwerke. 

(vom 28.03.2019)

Im London Cab durch Aschaffenburg

Die Stadtwerke Aschaffenburg planen gemeinsam mit dem Taxibetreiber Metropolis-Service GmbH, Großostheim ergänzend zum bestehenden Stadtbuslinienverkehr sowie dem Anruf-Sammel-Transport (AST) einen weiteren Service einzuführen: AST Ride-Sharing. Damit sollen vor allem mehr individuelle Mobilitätswünsche am Wochenende erfüllt werden.

„Während der reguläre Buslinienverkehr vor allem auf den Schüler- und Berufsverkehr ausgerichtet ist, bestehen am Wochenende ganz andere Bedürfnisse unserer Kunden im Hinblick auf Mobilität“, erklärt Stadtwerke-Chef Dieter Gerlach. Um vor allem an Sonntagen die Lücke zwischen ÖPNV und Individualverkehr zu schließen, soll – vorbehaltlich der Genehmigung durch den Stadtrat – Ride-Sharing in Aschaffenburg getestet werden.

Eingesetzt werden soll das Angebot wie der bereits seit Jahren bestehende Anruf-Sammel-Transport AST im Stadtbusgebiet. Die Bestellung des Ride-Sharing-Fahrzeuges erfolgt ebenso per Stadtwerke-App oder Telefon. Abgefragt wird die gewünschte Abfahrts-Bushaltestelle und die Abfahrtszeit. Alternativ kann auch eine bestimmte Ankunftszeit „bestellt“ werden. Das System ermittelt dann die erforderliche Abfahrtszeit. Selbstverständlich wird das Fahrzeug auch mit GPS ausgestattet sein. So können die Kunden auf ihrem Smartphone in Echtzeit nachverfolgen, wo sich es gerade befindet.

Eine Ausdünnung des ÖPNV ist nicht geplant. Vielmehr verspricht sich Stadtwerke-Chef Gerlach von dem Testlauf mehr Informationen darüber, ob das individueller gestaltete Ride-Sharing kundenfreundlicher, ökonomischer und ökologischer ist als das aktuelle Busangebot.

Das Fahrzeug

Da die Fahrzeuge für das Ride-Sharing größer sein müssen, bietet sich ein Londoner Taxi an – allerdings angepasst an unseren Verkehr mit Lenkrad links. Zwei Meter breit und viereinhalb Meter lang bietet das Fahrzeug Platz für bis zu sechs Fahrgäste. Einstieg ist grundsätzlich hinten. Auf dem Beifahrersitz kann eventuelles Gepäck verstaut werden. Ausgestattet ist das elektrisch betriebene und damit klimaschonende Gefährt mit W-Lan, USB-Anschlüssen, einer Netzsteckdose, einer Rollstuhlrampe sowie einer Blindenschriftkonsole.

Aus Sicherheitsgründen ist der Fahrerbereich mit eine Plexiglasscheibe getrennt. Die Verständigung zwischen dem Fahrer und seinen Gästen erfolgt per Mikro und Lautsprecher. Und die Türe öffnet sich erst, wenn der Fahrer sein Geld erhalten hat. Die Reichweite bei vollgeladenem Akku liegt bei 110 bis 130 Kilometer – ausreichend für eine AST-Schicht. Die Ladezeit an einer 50-KW-Säule sind rund 25 Minuten.

Das bereits bestehende Angebot

Seit Januar ist das London Cab bereits in Aschaffenburg unterwegs. Bis zur Genehmigung des Ride-Sharing-Tests durch den Aschaffenburger Stadtrat fährt es für den Anruf-Sammel-Transport AST der Stadtwerke. Der kann täglich bis 0:30 Uhr, freitags und samstags sowie am Vorabend eines Feiertags bis 2:00 Uhr nachts sowie vormittags an Sonn- und Feiertagen per Stadtwerke-App oder telefonisch gerufen werden.

Im Einsatz sind neben dem London Cab sowohl normale Taxis als auch Kleinbusse, die abends und nachts die Linienbusse der Stadtwerke ersetzen und Fahrgäste an den Bushaltestellen aufnehmen, um sie nach Hause zu fahren. Auch hier arbeiten die Stadtwerke mit dem Taxiunternehmen Metropolis zusammen.

Welcher Fahrzeugtyp fährt, ermittelt ein modernes Flottenvermittlungssystem, das über einen Algorithmus und ein automatisches Routing die einzelnen Fahraufträge miteinander verknüpft und den schnellstmöglichen Transport ermittelt. Berücksichtigt wird dabei auch die Balance zwischen Komfort für den Kunden, vor allem im Hinblick auf die Wartezeit, auf der einen und Wirtschaftlichkeit auf der anderen Seite. So darf die Fahrzeit maximal 45 Minuten für den einzelnen Kunden betragen.

zurück