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(vom 28.09.2020)

Stadtwerke zum Streik im ÖPNV

Im Zusammenhang mit dem erneut für morgen Dienstag angekündigten Streik im öffentlichen Personennahverkehr von dem auch die Stadt Aschaffenburg betroffen sein wird, sehen wir uns angesichts der bisherigen Veröffentlichungen von Gewerkschaftsseite veranlasst einige Dinge klarzustellen:

– Grundsätzlich ist Streik ein legitimes Mittel um einen Interessensausgleich zwischen den Forderungen von Gewerkschaften und den Möglichkeiten von Arbeitgebern zu erreichen. In diesem Fall wird dieses Mittel jedoch zu einem inakzeptablen Zeitpunkt in nicht mehr akzeptablen Umfang eingesetzt. Durch die Corona bedingten Ausfälle hat der Stadtbusverkehr bereits jetzt mit Mindereinnahmen von 1 Million € im Jahr 2020 zu rechnen. Die Reisemobilunternehmen kämpfen angesichts der Beschränkungen oft um das nackte Überleben. Die Anzahl der Busfahrgäste die letztendlich mit ihren Fahrscheinkäufen diesen Stadtbusverkehr finanzieren hat das vor Corona Niveau noch bei weitem nicht wieder erreicht. Jeder zusätzliche Streiktag führt zu enttäuschen Busnutzern die sich Alternativen zum Stadtbusverkehr suchen müssen und damit die Refinanzierung der ÖPNV Aufwendungen immer schwieriger machen. Eine Verkehrswende die dem ÖPNV Zuwachsraten und damit dem Betrieb Perspektiven und den Arbeitnehmern Sicherheit ihrer Arbeitsplätze bieten könnte, findet so nicht statt.

– Die Aussagen zu den Gehältern von Busfahrern in der SVG entsprechen nicht den tatsächlichen Verhältnissen. Ein Busfahrer der SVG in Aschaffenburg verdient je nach Betriebszugehörigkeit zwischen 34.000 und 38.000 € im Jahr. Dies entspricht einem Stundenlohn zwischen 18 € und 20 € je Stunde, je nach Betriebszugehörigkeitsdauer. Überstunden werden gesondert vergütet. Die Tätigkeit von Busfahrern ist ohne Zweifel anerkennenswert, das Berufsfeld ist sicherlich auch nicht einfach, allerdings trifft dies auf viele Berufsfelder, auch innerhalb der Stadtwerke zu. Auch ein Fachangestellter für Bäderbetriebe im Schwimmbad hat einen sehr verantwortungsvollen Job, muss zu unattraktiven Zeiten bei bestem Wetter arbeiten und er ist für die Sicherheit von einigen 1000 Badegästen verantwortlich, sein Jahresgehalt und das vieler vergleichbarer Kollegen liegt max.  im Bereich dieser Größenordnung. Busfahrer im Stadtbusverkehr werden ordentlich und in Aschaffenburg übertariflich bezahlt! Aus diesem Grund hat unser Verkehrsunternehmen, entgegen anderer Behauptungen, derzeit auch keine Probleme offene Stellen mit neuem Fahrpersonal zu besetzen.

– Gerade in Corona Zeiten geht es darum den ÖPNV attraktiv zu halten, indem möglichst viele Busse eingesetzt werden um in den Hauptverkehrszeiten den Busnutzern eine sichere und angemessene Mobilität zu ermöglichen. Jeder Streiktag konterkariert diese Bemühungen, dieser Streik ist während der Corona Pandemie unangemessen, eine Verlagerung der tariflichen Auseinandersetzungen in der Zeit nach der Corona Pandemie wäre das Gebot der Stunde.

– Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Gewerkschaften auf der einen Seite fordern, gleicher Lohn für gleiche Arbeit und sich dabei wünschen dass die Mitarbeiter im Stadtwerke Verbund alle nach demselben und deutlich teureren Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes vergütet werden. Gleichzeitig bestreiken Sie jedoch beide Arbeitgeberverbände parallel, offensichtlich spielt die bessere Vergütung möglicherweise doch eine untergeordnete Rolle.   Hier gilt es kritisch zu hinterfragen, warum ein und dieselbe Gewerkschaft überhaupt solche unterschiedliche Lohnbedingungen mit privaten und öffentlichen Arbeitgebern abschließt?

Zu den zu erwartenden Betriebsverhältnissen am morgigen Dienstag müssen wir leider mitteilen:

Am Dienstag, 29.09.2020 wird es voraussichtlich durch Streikmaßnahmen der Omnibusfahrer in Aschaffenburg ganztägig zu erneuten Einschränkungen im Linienverkehr kommen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat zu Streiks für das Fahrpersonal in Bayern aufgerufen. Die Verkehrsbetriebe richten einen Notbetrieb insbesondere zu den Beruf- und Schulanfangszeiten ein. Alle weiteren Fahrten können voraussichtlich nicht durchgeführt werden. Mit deutlichen Fahrtausfällen und Verspätungen muss daher auf allen Linien gerechnet werden. Wir bitten unsere Fahrgäste um Verständnis.

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