Strom sorgt für Lebensqualität -
Bestens versorgt mit Strom der AVG.

Fakten zum Strompreis

Steigende Strompreise sind ein zentrales Thema für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Der zunehmende Anteil der erneuerbaren Energien sowie der sukzessive Ausstieg aus der Atomkraft erfordern weitreichende Investitionen, die sehr kostenintensiv sind. Das macht sich unter anderem in höheren Umlagen, Steuern und Abgaben bemerkbar, die wir als Stadtwerke nicht beeinflussen können und an unsere Kunden weitergeben müssen. Aktuell liegen die Faktoren, die wir als Stadtwerke nicht beeinflussen können, bei insgesamt rund 80 Prozent.

Wie setzt sich der Strompreis zusammen?

Der Strompreis setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen. Das sind

  • Steuern, Abgaben und Umlagen mit 63 Prozent,
  • Entgelte für die Netznutzung bzw. Kosten für den Transport des Stroms mit 18 Prozent sowie
  • der Preis für die Beschaffung des Stroms durch die Stadtwerke, Vertrieb und Kundenservice mit 19 Prozent. 
Die Bestandteile des Strompreises

Auf die ersten beiden Bestandteile haben wir als Stromanbieter keinerlei Einfluss, weil sie durch Gesetze und staatliche Regelungen bestimmt werden. Lediglich den letzten Punkt, die Strombeschaffung, können wir als AVG nutzen, um uns von den Wettbewerbern abzuheben, unseren Kunden günstigere Preise und mehr Service zu bieten.

Strombörse und die Entwicklung des Strompreises

Kurz vor der Jahrtausendwende wurden der Energiemarkt und mit ihm der Strommarkt liberalisiert. Die Preise, die die Kraftwerksbetreiber für ihren Strom erhalten, werden im Wesentlichen an den Strombörsen tagesaktuell bestimmt. Hierfür wurde im Jahr 2002 in Leipzig die EEX (European Energy Exchange) gegründet, an der Strom für die größten europäischen Strommärkte wie Deutschland, Frankreich und Italien gehandelt wird.

Die Großhandelspreise für Strom sind in den vergangenen Monaten stark gestiegen. So wird sich der Preis für Stromlieferungen im kommenden Jahr auf über 55 Euro je Megawattstunde erhöhen – der höchste Stand seit sieben Jahren. Im Februar 2016 lag die Megawattstunde noch bei knapp unter 21 Euro.

Gründe der Preiserhöhung für Strom sind die gestiegenen Beschaffungskosten für Kohle, Öl und Erdgas, die weltweite politische Lage und in zunehmenden Maße auch die klimatischen Veränderungen. So sorgte beispielsweise der gestiegene Ölpreis zu einer erhöhten Nachfrage nach Strom als Ersatzenergieträger, was wiederum zu höheren Preisen für Strom führte.

Außerdem wirken sich die teureren Preise für die sogenannten Verschmutzungsrechte auf die Großhandelspreise von Strom aus. Um den globalen Temperaturanstieg zu bremsen, wurde 1997 auf dem Weltklimagipfel das sogenannte Kyoto-Protokoll von vielen Staaten unterschrieben, mit der Verpflichtung den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken. Als wesentlicher Weg dahin wurde der Handel von sogenannten Emissions-Zertifikaten vereinbart, die zum Ausstoß einer bestimmten Menge an Treibhausgas berechtigen. Damit Europa seine Klimaziele erreichen kann, hat die EU-Kommission im Februar 2018 beschlossen, die Emissionsrechte deutlich zu verknappen und zu verteuern. Das führte bis Oktober 2018 zu einer Vervierfachung der Zertifikatspreise. Ein weiterer Anstieg der Kosten für Emissionsrechte ist zu erwarten.

Großhandelspreise an der Strombörse zwischen 2016 und 2018

Weiter hat der heiße Sommer zwar einerseits die Stromerzeugung aus Photovoltaik sehr attraktiv gemacht, aber auch beispielsweise durch eine erhöhte Nutzung von Klimaanlagen und -geräten die Nachfrage gesteigert. Dazu erschwerte der Niedrigwasserstand der Flüsse die Versorgung mit Rohstoffen und verteuerte diese zusätzlich. Und nicht zuletzt verunsichert der Handelsstreit die Weltwirtschaft und belastet die Märkte. 

Der Transportpreis oder das Netznutzungsentgelt für Stromleitungen

Die Netzbetreiber erheben für die Nutzung ihrer Stromnetze ein sogenanntes Netznutzungsentgelt, das die Bundesnetzagentur prüft und genehmigt. Es ist immer dann fällig, wenn Energie über fremde Netze transportiert wird. Damit sind die Netznutzungsentgelte vergleichbar mit Transportkosten, die bei der Übertragung des Stroms vom Kraftwerk von Höchst-, über Hoch- und Mittel- bis hin Niederspannungsnetzen entstehen, bevor der Strom beim Endverbraucher ankommt. Darin enthalten sind Kosten für das Errichten, den Ausbau, die Instandhaltung sowie den Betrieb des Netzsystems inklusive der Kosten für die Umspannung von einer Spannungsebene auf die nächst niedrigere.

Netzentgelte sind bundesweit übrigens unterschiedlich hoch, da sie von den Kosten des jeweiligen Netzgebiets und dem Stromverbrauch dort abhängen. Das bedeutet, dass die Strompreiszusammensetzung für jeden deutschen Haushalt vom Wohnort und der Wahl des Stromanbieters abhängt.

Jedes Stromnetz, das am Stromtransport zum nächsten Netzentnahmepunkt beteiligt ist, stellt seine Kosten dem jeweils angeschlossenen (Sub-)Netz anteilig weiter in Rechnung. Für die Stromkunden der AVG heißt das, dass in ihrem Strompreis das Netzentgelt von der Westnetz GmbH in der Höchst- und Hoch-Spannungsebene sowie das Netzentgelt für die Mittel- und der Nieder-Spannungsebene der AVG enthalten ist.

Steuern und Abgaben

Den größten Teil des Strompreises für den Endverbraucher machen Steuern, Abgaben und Umlagen aus, die vom Gesetzgeber festgelegt werden. Neben der Mehrwert- und der Stromsteuer sind das im Wesentlichen:

  • die Konzessionsabgabe für die Einräumung von Wegerechten in den Kommunen
  • die EEG-Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die den Unterschied zwischen dem Strompreis aus konventionellen und erneuerbaren Energiequellen ausgleicht
  • die KWK-Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG), das die Stromerzeugung aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung fördert
  • die Umlage nach der Stromnetzentgeltverordnung zum Ausgleich für Netzentgeltbefreiungen stromintensiver Unternehmen
  • die Offshore-Haftungsumlage nach dem Energiewirtschaftsgesetz zur Deckung von Schadensersatzkosten, die z. B. durch Netzunterbrechungen entstehen können
    und einiges mehr.

In Deutschland sind vier Übertragungsnetzbetreiber verantwortlich für die überregionale Versorgung und Übertragung von Strom im Höchstspannungsbereich. Sie transportieren auf der Höchstspannungsebene mit 220 und 380 Kilovolt (kV) große Strommengen von den Kraftwerken über weite Distanzen zu den nachgelagerten Verteilungsnetzen in den Regionen.

Die Übertragungsnetzbetreiber erhalten von den regionalen Verteilnetzbetreibern die vom Endverbraucher eingenommenen gesetzlichen Umlagen. Umgekehrt werden die an die Übertragungsnetzbetreiber ausgezahlten Fördergelder für zum Beispiel nachhaltige Strom-Erzeugungsarten (z. B. nach EEG, KWKG etc.) über die Verteilnetzbetreiber vor Ort an die jeweiligen Endverbraucher bzw. Anlagenbetreiber ausgezahlt.

Sind am Ende eines Jahres die Ausgaben für die Förderung einer speziellen Erzeugungsart höher als die Einnahmen der dafür vorgesehenen Umlage auf den Strompreis, führt das für das Folgejahr zu einer Anhebung der jeweiligen gesetzlichen Umlage. Umgekehrt, sind die Einnahmen höher als die Ausgaben, führt das zu einer Senkung der Umlagen. Zur Transparenz und Kontrolle der Einnahmen und Ausgaben müssen die vier Übertragungsnetzbetreiber diese Zahlen auf https://www.netztransparenz.de veröffentlichen.